Zuerst war You Tube ein Nostalgiekatapult für mich. Ich fand dort alte Lieblingslieder und Fernsehserien der Kindheit. Das war harmlos. Dann entdeckte ich eines Tages die englische Serie Black Books über einen Buchladen mit einem soziopathischen Inhaber und seinem zu mildem, geradezu wehrlosem Verkäufer gespielt von Bill Bailey. Der verknüpft Komik und Musik auf das Wunderbarste und brilliert besonders in Parodien. Von Chris de Burgh bis Billy Bragg (der die Parodie Unisex Chip Shop gemeinsam mit Bailey in Glastonbury zum Besten gab, was Chris de Burgh nie über sich bringen würde) über Emo oder die Musik in Starsky and Hutch. Vier seiner Programme sind vollständig auf You Tube ansehbar. Insbesondere Part Troll kann ich nur empfehlen.
Daneben war er Gast in diversen britischen Panel Shows (wie in Deutschland gibt es da einen Kreis von Komikern und Unterhaltern, die von Sendung zu Sendung wandern), in Never Mind the Buzzcocks (ein häufig geniales Musikquiz) jahrelang Team Captain. Über Room 101 und QI landete ich schließlich bei Have I Got News for You und da bin ich endgültig versandet. 37 Staffeln gibt es davon und eine verdammte Menge sind auf YT verfügbar. Die Titelmelodie ist mittlerweile in mein Innenohr eingebrannt, ich weiß inzwischen mehr über die britische Politiklandschaft als über die deutsche und eine Folge brauche ich täglich mindestens. Dabei bleibt leider die Lesezeit auf der Strecke.
Ich habe absichtlich nichts verlinkt. Entdeckungsreisen sollte man nicht nachstellen, sondern selber schauen, wohin die Reise führt. Stichworte habe ich genug gegeben.
Sonntag, Juni 21, 2009
Donnerstag, Mai 21, 2009
Allerdings hat Gott meine Gebete, wenn überhaupt, nur selten erhört. Aber das hat mich vom Beten nicht abgehalten. Das Beste am Beten ist nämlich die Klarheit, die es einem verschafft. Man braucht nur zu beten, und schon weiß man, was man will. Leute, die nicht beten, leiden unter Unentschlossenheit. Sie können sich nicht entscheiden.
Irene Dische - Großmama packt aus
Irene Dische - Großmama packt aus
Sonntag, Mai 17, 2009
Neuerwerbungen
Wieder so ein Klassiker des Phantastischen: William Hope Hodgsons The House on the Borderland. Harrison führt das Buch sowohl auf seiner Fantasy- wie auf seiner Science-Fiction-Liste.
Zu den wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch lesen möchte, gehört Penelope Fitzgerald. The Beginning of Spring habe ich ausgesucht, weil der Titel zur Jahreszeit passt.
Letztes Jahr gab es auf WDR 3 samstags noch eine wundervolle Alternative zu Bundesligareportagen. Drei Stunden wurde zu einem bestimmten Thema eine Collage aus Interviews, Lesungen und Musikstücken gesendet. Ein Samstag war den Raben gewidmet. Da hörte ich Ausschnitte aus Peter S. Beagles A Fine and Private Place. Absehbar, das ich irgendwann das Buch kaufen würde.
Neulich beim Bücherdiscounter wurde ich fündig. Bei Wordsworth Editions gibt es eine Reihe namens Tales of Mystery & the Supernatural. Aus dieser Reihe konnte ich Sheridan le Fanu (In a Glass Darkly) und Andrew Caldecott (Not Exactly Ghosts) abgreifen. Natürlich wieder Kurzgeschichten, die mich in letzter Zeit verfolgen.
Czesław Miłosz wollte ich nur noch in englischer Übersetzung lesen, weil ich die Übertragungen besonders der Gedichte von Doreen Daume als zu farblos und hölzern empfinde, aber das Hündchen am Wegesrand war so günstig, dass ich es doch noch einmal mit rau Daume versuche. Ein letztes Mal.
In Großmama packt aus von Irene Dische habe ich nur aus Neugier gelinst, war sofort gefangen und schon war auch dieses Buch mein Eigentum.
Zu den wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch lesen möchte, gehört Penelope Fitzgerald. The Beginning of Spring habe ich ausgesucht, weil der Titel zur Jahreszeit passt.
Letztes Jahr gab es auf WDR 3 samstags noch eine wundervolle Alternative zu Bundesligareportagen. Drei Stunden wurde zu einem bestimmten Thema eine Collage aus Interviews, Lesungen und Musikstücken gesendet. Ein Samstag war den Raben gewidmet. Da hörte ich Ausschnitte aus Peter S. Beagles A Fine and Private Place. Absehbar, das ich irgendwann das Buch kaufen würde.
Neulich beim Bücherdiscounter wurde ich fündig. Bei Wordsworth Editions gibt es eine Reihe namens Tales of Mystery & the Supernatural. Aus dieser Reihe konnte ich Sheridan le Fanu (In a Glass Darkly) und Andrew Caldecott (Not Exactly Ghosts) abgreifen. Natürlich wieder Kurzgeschichten, die mich in letzter Zeit verfolgen.
Czesław Miłosz wollte ich nur noch in englischer Übersetzung lesen, weil ich die Übertragungen besonders der Gedichte von Doreen Daume als zu farblos und hölzern empfinde, aber das Hündchen am Wegesrand war so günstig, dass ich es doch noch einmal mit rau Daume versuche. Ein letztes Mal.
In Großmama packt aus von Irene Dische habe ich nur aus Neugier gelinst, war sofort gefangen und schon war auch dieses Buch mein Eigentum.
So, mein Wiederlesen der Dalziel-Pascoe-Reihe von Reginald Hill ist abgeschlossen. Der letzte Band war erstaunlich. Die Form hat mich nicht sehr angesprochen, der Roman ist ein Mischmasch aus E-Mails, MP3-Aufzeichnungen und üblicher Erzählweise. Insbesondere die E-Mails fand ich auf die Dauer trotz des inzeressanten Inhalt ermüdend, weil sie im heutzutage üblichen E-Mail-Stil verfasst waren: bruchstückhaft und orthographiefrei.
Der Inhalt aber hat es in sich. Es gibt ein paar Kurzgeschichten über Dalziel & Pascoe. Eine spielt im Jahre 2010 auf dem Mond (1990, als die Geschichte veröffentlicht wurde, schien in zwanzig Jahren noch viel möglich zu sein). Der Pascoe, der dort geschildert wird, ist nicht mehr der Sympathling der Romane. Ich hätte nie gedacht, dass Hill die Entwicklung dahin schildern würde, ich dachte, das bliebe hinter den Kulissen verborgen. Aber im letzten Band A Cure for all Diseases beginnt er genau das. Pascoe kappt die Nabelschnur zu Dalziel, die Dreieinigkeit von Pascoe/Dalziel/Wield bröckelt und Pascoe sieht dabei nicht gut aus.
Selten, dass sich ein Autor so etwas traut.
Der Inhalt aber hat es in sich. Es gibt ein paar Kurzgeschichten über Dalziel & Pascoe. Eine spielt im Jahre 2010 auf dem Mond (1990, als die Geschichte veröffentlicht wurde, schien in zwanzig Jahren noch viel möglich zu sein). Der Pascoe, der dort geschildert wird, ist nicht mehr der Sympathling der Romane. Ich hätte nie gedacht, dass Hill die Entwicklung dahin schildern würde, ich dachte, das bliebe hinter den Kulissen verborgen. Aber im letzten Band A Cure for all Diseases beginnt er genau das. Pascoe kappt die Nabelschnur zu Dalziel, die Dreieinigkeit von Pascoe/Dalziel/Wield bröckelt und Pascoe sieht dabei nicht gut aus.
Selten, dass sich ein Autor so etwas traut.
Mittwoch, Mai 13, 2009
Albanien
Ismail Kadare erzählt in Der Palast der Träume die Geschichte des Mark-Alem, der im Tabir Saray, dem Palast der Träume des Titels, eingestellt wird und unaufhörlich in dessen Hierarchie aufsteigt. Das liegt weniger an seinen Fähigkeiten, als an den politischen Läuften in einem fiktiven Istanbul des ausgehenden 19. Jahrhunderts, das eher Tirana als der türkischen metropole gleicht (so erfahre ich im Nachwort).
Mark-Alem ist passiv, ein Mitgerissener seines Lebens. Selbst als er den höchsten Posten erklommen hat, weiß er im Grunde immer nich nicht, worum es geht.
Der Tabir Saray könnte von Kafka entworfen sein, ein Platz undurchsichtiger Bürokratie und Geschehnisse, verwirrend und befremdend. Darin liegt seien Schwäche für mich, denn von solchen Orten lese ich lieber von Kafka direkt.
Mir fehlt wohl die Erfahrung eines albanischen Lebens, um von diesem Roman wirklich berührt zu sein.
Mark-Alem ist passiv, ein Mitgerissener seines Lebens. Selbst als er den höchsten Posten erklommen hat, weiß er im Grunde immer nich nicht, worum es geht.
Der Tabir Saray könnte von Kafka entworfen sein, ein Platz undurchsichtiger Bürokratie und Geschehnisse, verwirrend und befremdend. Darin liegt seien Schwäche für mich, denn von solchen Orten lese ich lieber von Kafka direkt.
Mir fehlt wohl die Erfahrung eines albanischen Lebens, um von diesem Roman wirklich berührt zu sein.
In der neuesten Ausgabe von polenplus (Untertitel: Das Magazin aus der Mitte Europas.) mit dem Thema Wende, gibt es ein Interview mit Wisława Szymborska. Sie antwortet auf Thomas Manns Behauptung, der Schriftsteller müsse innerlich kalt, ja tot sein:
Ja. Wenn ich ein Gedicht schreibe, dann ist das vor allem ein Zusammenstellen von Worten, damit es am Ende so ist, wie ich es mir vorstelle. Und da kann keine Rede sein von irgendwelchen gefühlen, das ist Handwerk. Gefühle kann man vorher oder hinterher haben, aber nicht während des Schreibens. Gedichte, die mit Tränen in den Augen geschrieben werden, sind in der Regel nicht viel wert.[...]
Mehr von ihr über das Schreiben von Lyrik: How to (and how not to) write poetry.
“‘Why’ is the most important word in this planet’s language, and probably in that of other galaxies as well.”
Ja. Wenn ich ein Gedicht schreibe, dann ist das vor allem ein Zusammenstellen von Worten, damit es am Ende so ist, wie ich es mir vorstelle. Und da kann keine Rede sein von irgendwelchen gefühlen, das ist Handwerk. Gefühle kann man vorher oder hinterher haben, aber nicht während des Schreibens. Gedichte, die mit Tränen in den Augen geschrieben werden, sind in der Regel nicht viel wert.[...]
Mehr von ihr über das Schreiben von Lyrik: How to (and how not to) write poetry.
“‘Why’ is the most important word in this planet’s language, and probably in that of other galaxies as well.”
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