Eben habe ich die 30.000-Wörtermarke durchbrochen. Ein gutes Gefühl. Leider weiß ich aus Erfahrung, dass die nächsten 10.000 bis 40.000 eine Qual werden.
Von dem Gedanken lasse ich mich von Jakob Burckhardt ablenken, dessen gesamtes Geschichtswerk für 9,95 Euro bei 2001 geradezu verramscht wird. Seit Oktober lese ich in den zwei Bänden. Stecke mitten in der Kultur der Renaissance in Italien. Burckhardt lobt die Italiener in den Himmel. Das ist auf die Dauer anstrengend, besonders wenn Burckhardt auch noch da, wo die Italiener mal nicht die Besten und die Ersten sind, nach Entschuldigen sucht und sie auch findet. Im Zweifelsfall sind immer die Spanier schuld.
Dienstag, November 17, 2009
Freitag, November 13, 2009
So geht es im Leben. Eben noch die NaNo-Teilnehmergrafik hochgeladen und um Mitternacht des 1. Novembers mit anderen Wahnsinnigen zu schreiben begonnen, zack, lieg ich Stunden später horizontal im Bett. Hals zu, Nase zu, Kopf zu.
Mittlerweile klinge ich nur noch krank und habe gestern den Rückstand aufgeholt. Mittags ereilte mich dann noch eine Glaubenskrise (ich glaube, ich schreibe mir dieses Jahr einen Schrott wie selten zusammen), nach der ich mein NaNo-Machwerk noch einmal neu begann (die verfehlten ca 19.000 Wörter bleiben erstmal drin, die lass ich zählen, war ja auch Arbeit, Schrott herzustellen). Die schöne Regelmäßigkeit der letzten Jahre war eh langweilig geworden.
Mittlerweile klinge ich nur noch krank und habe gestern den Rückstand aufgeholt. Mittags ereilte mich dann noch eine Glaubenskrise (ich glaube, ich schreibe mir dieses Jahr einen Schrott wie selten zusammen), nach der ich mein NaNo-Machwerk noch einmal neu begann (die verfehlten ca 19.000 Wörter bleiben erstmal drin, die lass ich zählen, war ja auch Arbeit, Schrott herzustellen). Die schöne Regelmäßigkeit der letzten Jahre war eh langweilig geworden.
Samstag, Oktober 31, 2009
Freitag, August 14, 2009
Thelen hatte ich beim Weidle Verlag bestellt und wurde angenehm überrascht. Die Bestätigunsmail war witzig, der Versand kostenfrei und die Bezahlung erfolgte auf Rechnung. Was kann sich Leserin mehr wünschen?
Inzwischen ist der Thelen ausgelesen. Ihm folgte Remco Camperts Das Herz aus Seide. In dem kleinen Roman (ich glaube, Dichter halten sich auch in Prosa kürzer als Romanciers) wird die Geschichte eines erfolgreichen Malers erzählt, der in seiner Alterisolation (selbstgewählt) durch den Tod einer ehemaligen Geliebten aufgestört wird. Ihm gelingt die Rückkehr in ein offeneres Leben und zur Kunst.
Der Ich-Erzähler entlarvt sich wunderbar selber als der lebenslange Egoist, der er gewesen war. Ruhig und unaufgeregt von Campert geschrieben mit einigen Einblicken in das Alter, das Campert nicht unbekannt ist, wurde er dieses Jahr doch 80.
"Mein bestes Bild habe ich gemalt, als ich so um die Sechzig war", sage ich zu meiner Halbschwester Bettina, während sie mit dem Waschlappen durch meine Poritze fährt.
So fängt der Roman an. Ein herrlicher erster Satz, der schon viel vom Protagonisten enthüllt.
Inzwischen ist der Thelen ausgelesen. Ihm folgte Remco Camperts Das Herz aus Seide. In dem kleinen Roman (ich glaube, Dichter halten sich auch in Prosa kürzer als Romanciers) wird die Geschichte eines erfolgreichen Malers erzählt, der in seiner Alterisolation (selbstgewählt) durch den Tod einer ehemaligen Geliebten aufgestört wird. Ihm gelingt die Rückkehr in ein offeneres Leben und zur Kunst.
Der Ich-Erzähler entlarvt sich wunderbar selber als der lebenslange Egoist, der er gewesen war. Ruhig und unaufgeregt von Campert geschrieben mit einigen Einblicken in das Alter, das Campert nicht unbekannt ist, wurde er dieses Jahr doch 80.
"Mein bestes Bild habe ich gemalt, als ich so um die Sechzig war", sage ich zu meiner Halbschwester Bettina, während sie mit dem Waschlappen durch meine Poritze fährt.
So fängt der Roman an. Ein herrlicher erster Satz, der schon viel vom Protagonisten enthüllt.
Sonntag, August 02, 2009
Es ist arg still hier geworden. Ob es eine vorübergehenede Müdigkeit ist oder tiefgreifender Überdruss am Bloggen, vermag ich noch nicht zu sagen.
Auf dem Schreibtisch liegt neben Brasilien auch Ägypten (mein Schreibtisch ist groß, eines altes Ikea-Möbel aus Jugendtagen) und will in die Weltreise eingefügt werden. Mag aber nichts schreiben, was in die Nähe einer Rezension kommt. Stattdessen goutiere ich anderer Leuts Buchbesprechungen: Albert Vigoleis Thelens Die Literatur in der Fremde.
Von Februar 1934 bis April 1940 rezensierte Thelen für das niederländische Blatt "Het Vaderland" deutschsprachige Literatur, die außerhalb des dritten Reiches erschien. Kurzweilig tut er dies und sehr aufmerksam gegenüber den Ereignissen und ihren Folgen. Spannend und unterhaltsam bis jetzt. Unvermeidlich natürlich der wässrige Mund, den er mir macht. Ein Buch, das zu weiteren Büchern verführt.
Auf dem Schreibtisch liegt neben Brasilien auch Ägypten (mein Schreibtisch ist groß, eines altes Ikea-Möbel aus Jugendtagen) und will in die Weltreise eingefügt werden. Mag aber nichts schreiben, was in die Nähe einer Rezension kommt. Stattdessen goutiere ich anderer Leuts Buchbesprechungen: Albert Vigoleis Thelens Die Literatur in der Fremde.
Von Februar 1934 bis April 1940 rezensierte Thelen für das niederländische Blatt "Het Vaderland" deutschsprachige Literatur, die außerhalb des dritten Reiches erschien. Kurzweilig tut er dies und sehr aufmerksam gegenüber den Ereignissen und ihren Folgen. Spannend und unterhaltsam bis jetzt. Unvermeidlich natürlich der wässrige Mund, den er mir macht. Ein Buch, das zu weiteren Büchern verführt.
Sonntag, Juli 19, 2009
Marokko
Der Chef und sein Assisstent, Inspektor Ali, fahren in die Berge, um Ermittlungen im Landesinnern aufzunehmen, Ermittlungen, deren Ziel erst gegen Ende des Romans enthüllt werden, die aber nie wirklich wichtig sind.
Es ist eine Reise in die Berge. Für die beiden Städter eine Reise ins Mittelalter zu einem abgelegenen Bergdorf, dessen Bewohner auf einem Land verharren, das menschenfeindlicher und unbarmherziger nicht sein könnte.
Zwischen Dörflern und Städter besteht eine so tiefe Kluft, dass Verständigung erst nicht möglich ist. Erst als Inspektor Ali die Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Ofen eines Brotbäckers als Leitfaden nimmt, wird er zum Tänzer zwischen zwei Welten.
Die zwei Welten sind das Thema des Romans von Driss Chraibi, das Aufeinanderprallen von Zivilisation (westlicher Prägung) und traditioneller Lebensweise.
Die beiden städtischen Polizisten, die Vertreter der Zivilisation, wirken arg trottelig, nicht intelligent, nur schlau, ihre Gegenspieler dagegen weise. Ein ungleiches Duell und das schadete meinem Lesegenuss. Das Drama soll wohl eher in Inspektor Alis Seele liegen, die hin und hergerissen zwischen beiden Welten ist. Dabei treibt ihn aber eher Libido als Vernunft an.
Chraibi bemüht sich um einen leichten Ton, doch der Humor schmeckt mir zu sehr nach Slapstick und er verwässert die Problematik hier.
Insgesamt lesbar, ja, aber es lässt mich unbefriedigt zurück, da ich glaube, dass mehr Ernsthaftigkeit mehr aus dem Konflikt herausgekitztelt hätte.
Es ist eine Reise in die Berge. Für die beiden Städter eine Reise ins Mittelalter zu einem abgelegenen Bergdorf, dessen Bewohner auf einem Land verharren, das menschenfeindlicher und unbarmherziger nicht sein könnte.
Zwischen Dörflern und Städter besteht eine so tiefe Kluft, dass Verständigung erst nicht möglich ist. Erst als Inspektor Ali die Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Ofen eines Brotbäckers als Leitfaden nimmt, wird er zum Tänzer zwischen zwei Welten.
Die zwei Welten sind das Thema des Romans von Driss Chraibi, das Aufeinanderprallen von Zivilisation (westlicher Prägung) und traditioneller Lebensweise.
Die beiden städtischen Polizisten, die Vertreter der Zivilisation, wirken arg trottelig, nicht intelligent, nur schlau, ihre Gegenspieler dagegen weise. Ein ungleiches Duell und das schadete meinem Lesegenuss. Das Drama soll wohl eher in Inspektor Alis Seele liegen, die hin und hergerissen zwischen beiden Welten ist. Dabei treibt ihn aber eher Libido als Vernunft an.
Chraibi bemüht sich um einen leichten Ton, doch der Humor schmeckt mir zu sehr nach Slapstick und er verwässert die Problematik hier.
Insgesamt lesbar, ja, aber es lässt mich unbefriedigt zurück, da ich glaube, dass mehr Ernsthaftigkeit mehr aus dem Konflikt herausgekitztelt hätte.
Sonntag, Juni 21, 2009
Süchtig
Zuerst war You Tube ein Nostalgiekatapult für mich. Ich fand dort alte Lieblingslieder und Fernsehserien der Kindheit. Das war harmlos. Dann entdeckte ich eines Tages die englische Serie Black Books über einen Buchladen mit einem soziopathischen Inhaber und seinem zu mildem, geradezu wehrlosem Verkäufer gespielt von Bill Bailey. Der verknüpft Komik und Musik auf das Wunderbarste und brilliert besonders in Parodien. Von Chris de Burgh bis Billy Bragg (der die Parodie Unisex Chip Shop gemeinsam mit Bailey in Glastonbury zum Besten gab, was Chris de Burgh nie über sich bringen würde) über Emo oder die Musik in Starsky and Hutch. Vier seiner Programme sind vollständig auf You Tube ansehbar. Insbesondere Part Troll kann ich nur empfehlen.
Daneben war er Gast in diversen britischen Panel Shows (wie in Deutschland gibt es da einen Kreis von Komikern und Unterhaltern, die von Sendung zu Sendung wandern), in Never Mind the Buzzcocks (ein häufig geniales Musikquiz) jahrelang Team Captain. Über Room 101 und QI landete ich schließlich bei Have I Got News for You und da bin ich endgültig versandet. 37 Staffeln gibt es davon und eine verdammte Menge sind auf YT verfügbar. Die Titelmelodie ist mittlerweile in mein Innenohr eingebrannt, ich weiß inzwischen mehr über die britische Politiklandschaft als über die deutsche und eine Folge brauche ich täglich mindestens. Dabei bleibt leider die Lesezeit auf der Strecke.
Ich habe absichtlich nichts verlinkt. Entdeckungsreisen sollte man nicht nachstellen, sondern selber schauen, wohin die Reise führt. Stichworte habe ich genug gegeben.
Daneben war er Gast in diversen britischen Panel Shows (wie in Deutschland gibt es da einen Kreis von Komikern und Unterhaltern, die von Sendung zu Sendung wandern), in Never Mind the Buzzcocks (ein häufig geniales Musikquiz) jahrelang Team Captain. Über Room 101 und QI landete ich schließlich bei Have I Got News for You und da bin ich endgültig versandet. 37 Staffeln gibt es davon und eine verdammte Menge sind auf YT verfügbar. Die Titelmelodie ist mittlerweile in mein Innenohr eingebrannt, ich weiß inzwischen mehr über die britische Politiklandschaft als über die deutsche und eine Folge brauche ich täglich mindestens. Dabei bleibt leider die Lesezeit auf der Strecke.
Ich habe absichtlich nichts verlinkt. Entdeckungsreisen sollte man nicht nachstellen, sondern selber schauen, wohin die Reise führt. Stichworte habe ich genug gegeben.
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